Fermer

GBIF Schweiz

Global Biodiversity Information Facility Switzerland

Mit der Initiative GBIF Schweiz kommt die Schweiz den Verpflichtungen nach, welche ihr mit Ratifizierung des GBIF Memorandum of Understanding (MoU) obliegen. Ihr Ziel ist einfach, aber ambitiös: langfristig die digitale Erschliessung sämtlicher Sammlungsbelege botanischer, paläontologischer und zoologischer Sammlungen schweizerischer Museen, Konservatorien und botanischer Gärten; die Zusammenstellung aller Beobachtungsdaten der nationalen faunistischen, floristischen und kryptogamischen Datenbanken sowie die Zurverfügungstellung des gesamten Datenbestandes über die zentrale Webplattform des Schweizer GBIF Knotens.

Die Arbeiten der Initiative GBIF Schweiz werden von einer wissenschaftlichen Kommission aus Vertretern der Partnerinstitutionen des Schweizer Datenverbunds Biodiversität begleitet.

Die Umsetzung der Initiative GBIF Schweiz erforderte das Definieren, Durchführen und Betreuen von Projekten zur Datenaufnahme und Digitalisierung von Museumsinformationen, deren Vereinheitlichung, Verknüpfung mit ergänzenden Informationen und Einspeisung in das internationale Datennetzwerk. Bis 2011 wurden sechzehn Projekte erfolgreich abgeschlossen.

Eckpunkte

2013. Umsetzung der von Info Species und BAFU vereinbarten Richtlinien betreffend Eigentum, Weitergabe und Verwendung von Beobachtungsdaten. Aufbau der Infrastruktur für einen koordinierten Datenfluss museale Institutionen - nationale Datenzentren. Nutzung der GBIF Schweiz-Architektur für die Anbindung von Info Species an die DNL-Schnittstelle für Fachstellen Bund und Kantone (Datenzentrum Natur und Landschaft, WSL). Vorbereitung der Integration von Info Species Daten auf GBIF. Einführung von Unique Specimen Identifiers.

2012. Dokumentation der aufgebauten Infrastruktur. Redaktion der Empfehlungen zur Datenerfassung. Schweizer Institutionen werden als Data Publisher im Netzwerk registriert, die Anzahl Access points erhöht. Präsentation der Schweizer Aktivitäten am EU NODES Meeting Berlin.

2011. Die Direktoren von 24 sammlungsverwaltenden Institutionen (Naturhistorische Museen, Herbare und botanische Gärten) sowie aller nationalen Datenbanken unterstützen die Strategie GBIF Schweiz und erklären ihre Bereitschaft zur aktiven Teilnahme am Schweizer Netzwerk für Biodiversitätsdaten. Ende Dezember wird die erste Version des Schweizer Datenportals eröffnet. Der Schweizer Knoten beteiligt sich an der Überprüfung und Verbesserung der GBIF.org-Indexierungsroutinen.

2010. Verfassen des Strategiepapiers «SwissColl 2030. Wissenschaftliche Revision und digitale Erschliessung der in der Schweiz vorhandenen naturwissenschaftlichen Sammlungen - ein gemeinsames Projekt des Schweizer Netzwerks für Biodiversitätsdaten» sowie Versand dieses Papieres an die Direktoren aller Museen und nationalen Fauna-, Flora- und Kryptogamen-Datenbanken, um deren Zustimmung für das Projekt zu erhalten. Standardisierte Georeferenzierung schweizerischer GBIF-Projektdaten und erste Rückführung von Projekt-Datensätzen in die lokalen Systeme der sammlungsverwaltenden Institutionen. Abgleich der Schweizer Faunenlisten mit der Pan European Species Directory Infrastructure PESI.

2009. Fünf neue, von der Initiative GBIF Schweiz finanzierte Projekte zur digitalen Erfassung von Museumsdaten werden begonnen. Die vom Schweizer Knoten verwendete höhere Systematik wird mit jener des Catalogue of Life abgeglichen. Auf Beschluss der Kommission GBIF Schweiz werden die technischen Voraussetzungen zur Integration generierter Projektdaten mit assoziierten Einträgen geschaffen (Parasiten-Wirt, Probenelemente). Der Schweizer Knoten nimmt am 16. und 18. Oktober am ersten «GBIF Regional Nodes Meeting» in Kopenhagen teil.

2008. Mit der Publikation von beinahe 400'000 Einträgen aus fünf Institutionen wird der Aufbau der ersten Version der GBIF Schweiz Datenbank erfolgreich abgeschlossen und dokumentiert. Datensäuberung, Validationsroutinen und eine intensive Arbeit an den Thesaurusinhalten gewährleisten eine homogene Datenqualität.

2007. Der erste Prototyp des Datenportals GBIF Schweiz wird der Kommission vorgestellt. Die Publikationsinfrastruktur wird an die Vorgaben der von Bund und nationalen Datenbanken vereinbarten Richtlinien zur Publikation geographischer Daten angepasst. Dies ermöglicht die Übertragung aller Beobachtungsdaten der nationalen Datenbanken in das GBIF.org-Netzwerk. Neu übermittelt das System mit jedem Eintrag eine standardisierte Quellenbeschreibung. Der Schweizer Knoten nimmt am 14. und 15. Oktober am GBIF.org Symposium «Demystifying data sensitivity to increase data provision» teil, welches dem GBIF.org Governing Board Meeting in Amsterdam vorausgeht. GBIF Schweiz informiert seit 2007 jährlich an der schweizerischen Konservatorentagung über ihre Aktivitäten.

2006. Die ersten Schweizer Daten sind in das internationale Netzwerk überführt (Datensätze aus dem Conservatoire et jardin botaniques de la Ville de Genève und dem Naturhistorischen Museum Bern). Implementierung eines hierarchisch gegliederten, mehrsprachigen Thesaurus zur Normalisierung von Schlüsselkonzepten. Die Publikation von Bilddaten wird ermöglicht. Durchführung einer Informationstagung am Naturhistorischen Museum Bern.

2005. Aufschaltung des Webportals GBIF Schweiz. Erarbeitung des Datensicherheitskonzeptes. Die Kommission spricht sich für ABCD als zu verwendendes Datenschema aus. Definition der Metadatenstruktur und Anbindung an das internationale Netzwerk. Start von sieben neuen, über GBIF Schweiz finanzierten Digitalisierungsprojekten.

2004. Am 28. Januar nehmen rund 50 Personen, davon 36 Konservatorinnen und Konservatoren schweizerischer Herbarien und zoologischer Sammlungen, an einer ersten Tagung zum Schweizer GBIF-Projekt am Naturhistorischen Museum in Bern teil. Ausgehend von Mitgliedern der Task Force Systematik der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) wird  eine Kommission zur wissenschaftlichen Begleitung der nationalen GBIF-Initiative gebildet. Lancierung der vier ersten von GBIF Schweiz finanzierten Projekte zur Digitalisierung von Sammlungsbelegen.

2003. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) organisiert die Schweizer Teilnahme an der GBIF und beauftragt das Centre Suisse de Cartographie de la Faune (CSCF) mit dem Aufbau eines nationalen Knotenpunktes (Participant Node) sowie der Überführung der Schweizer Daten in den internationalen Datenverbund.

2001. Mit Unterzeichnung des GBIF MoU durch die Direktion des Bundesamtes für Bildung und Wissenschaft (heutiges Staatssekretariat für Bildung und Forschung) tritt die Schweiz der GBIF als assoziiertes Mitglied bei.